Blasformen - Einsatz und Verfahren

Einordnung von Blasformen

Das Blasformen ist ein Spritzgusssonderverfahren und wird damit nach DIN 8580 den urformenden Fertigungsverfahren zugeordnet. Wissenschaftlich betrachtet ist es eine Sonderform zwischen den ur- und umformenden Fertigungsverfahren.

Ablauf beim Blasformen

 Um einen Hohlkörper blasformen zu können, benötigt man zuvor ein entsprechendes Halbzeug aus einem Thermoplast. Dieses nennt sich in dem Fall Vorformling (hier orange dargestellt) und wird im standardisierten Spritzgussverfahren hergestellt. Dann erst kann mit dem eigentlichen Blasformen begonnen werden.

 

Im ersten Schritt wird der Vorformling erwärmt, was im industriellen Bereich meist durch Infrarot-Strahler (IR-Strahler, rot dargestellt) erfolgt, da diese eine sehr gute Leistungsfähigkeit bei gleichzeitig guter Automatisierbarkeit besitzen.

 

Sobald der Vorformling eine werkstoffspezifische Temperatur (Glasübergangstemperatur) überschritten hat, werden die IR-Strahler entfernt und das Werkzeug wird geschlossen. Dieser Prozess erfolgt oftmals durch ein Einschwenken, bei dem der Vorformling gleichzeitig mit einer inneren Düse in das Werkzeug eingefahren wird. Beim Schließen des Werkzeuges erfolgt am sogenannten Hals (vgl. Flaschenhals) eine Längsverstreckung zwischen Werkzeug und Vorformling. Dieser Schritt ist für eine mediendichte, axiale Fixierung unverzichtbar.

 

Anschließend wird ein Gas, wobei aus Kostengründen häufig Druckluft verwendet wird, in den Vorformling eingeleitet. Der Druck dehnt die Wandung vom Vorformling aus, sodass sich die weiche äußere Haut an die vorgegebende Werkzeugkontur anlegen kann. Selbst durch niedrigen Druck können bereits gute Ausformqualitäten und kleine Radien am Hohlkörper realisiert werden.

 

Nach einer kurzen Abkühlphase besitzt das erzeugte Hohlkörperteil genügend Steifigkeit und kann nach dem Öffnen vom Werkzeug ausgeworfen werden.

 

Der gesamte Blasformprozess ist gut automatisierbar, weswegen er breite Anwendung findet.

 

Einsatzgebiete von Blasformen

Wischwasserbehälter Blasformen
Wischwasserbehälter durch Blasformen hergestellt

Grundsätzlich lassen sich die meisten Hohlkörper mit dem Blasformverfahren herstellen, zumeist bietet es darüber hinaus eine kostengünstigere Alternative zu anderen Verfahren. Weiterhin sind die Prozessparameter sehr genau einstellbar, was sich positiv auf die Reproduzierbarkeit (z.B. Erzeugung gleicher Wanddicken) der Produkte auswirkt.

 

Typische Produkte sind: Getränkeflaschen, Kanister, Wischwasserbehälter, etc.

 

 

 

 

 

12.03.2013